2015 – das Jahr der Orden

Das Jahr der Orden wurde am 1. Advent, dem 30. November 2014 im Vatikan eröffnet. Am Vorabend (29. November) fand in Rom eine Gebetswache statt. Der Welttag des geweihten Lebens am 2. Februar 2016 wird das Jahr beschließen.

Jahr der OrdenDie Ordensgemeinschaften in Deutschland möchten dieses Jahr dazu nutzen, auf die Vielfalt des Ordenslebens in unserem Land aufmerksam zu machen. Wir möchten dieses Jahr zur Begegnung mit den Menschen auch und gerade jenseits der Mauern unserer Klöster und der kirchlichen Grenzen nutzen. Wir sprechen daher in Deutschland vom „Jahr der Orden“, auch wenn wir wissen, dass die italienische Originalformulierung „gottgeweihtes Leben“ einen noch ein wenig weiteren Bogen spannt.

Es ist sicher kein Zufall, dass mit Franziskus ein Papst, der selbst Ordensmann ist, dieses „Jahr der Orden“ ausgerufen hat. Was für Erwartungen verknüpft er mit diesem Jahr? Als Jesuit kennt er die Landschaft der Ordensgemeinschaften von innen her und als Papst hat er die Ordensgemeinschaften als Teil der Gesamtkirche im Blick. In seinen Ansprachen vor Ordensfrauen und Ordensmännern äußert sich der Papst immer wieder – häufig sehr mahnend – zu der Frage, worauf es im Ordensleben ankommt.

Die Zahl der Ordensfrauen und -männer in Deutschland hat sich in den vergangenen Jahrzehnten zugleich in rasantem Tempo verringert. Die Zahl der Ordensfrauen hat sich z.B. in den vergangenen 20 Jahren etwa halbiert, die Entwicklung bei den Männerorden ist ähnlich, wenn auch nicht ganz so gravierend. Wie ist diese Entwicklung zu erklären? Einfache Antworten gibt es darauf nicht, auch keine eindimensionalen.

In dieser Herausforderung scheint aber auch die Chance der Ordensgemeinschaften zu liegen. Natürlich braucht es Mut und Realitätssinn damit Veränderungen geschehen können. Manche Veränderungen sind tiefgreifend und schmerzhaft, weil sie unser ganzes Lebenswerk in Frage stellen. Die Betroffenheit, die es auslöst, wenn sich Ordensleute aus einem Kloster zurückziehen, ist ein Spiegel dessen. Andererseits kann man erst, wenn man sich der Realität stellt, auch Visionen entwickeln. Orden werden eine Zukunft haben, wenn auch nicht jede Ordensgemeinschaft. Aber es wird immer Menschen geben, die sich konsequent in die „Spur Jesu“ begeben.

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